12. Wettbewerb Lebendige Antike 2011

Lebendige Antike - Schülerwettbewerb für Berlin und Brandenburg.
Die Aufgaben für die 12. Runde (pdf) wurde im September 2010 bekannt gegeben.

Wir arbeiten an einem Wettbewerbsbeitrag 2011!

Alle Ergebnisse des 11. Wettbewerbs auf einen Blick (pdf)

Sehr zu empfehlen ist für Kandidaten mit exzellenten Lateinkenntnissen eine Teilnahme beim:
Bundeswettbewerb Fremdsprachen

Internationale Lateinwettbewerbe:
Certamen Ciceronianum Arpinas
Certamen Horatianum
Rückblick


Ein Kalender für das Jahr 2000
Ergebnisse des 6. Berliner Schülerwettbewerbs "Lebendige Antike"


Alljährlich im Spätherbst schwappt die Kalenderflut über uns hinweg, und der alte Julius Caesar könnte wieder einmal "Veni, vidi, vici" rufen: Er fände "seinen" Julianischen Kalender zwei Jahrtausende nach den Iden des März noch voll in Saft und Kraft, "seinen" Schalttag am 24. Februar immer noch am alten Ort, "seinen" (Geburts-)Monat Juli immer noch nach ihm benannt. Römische Erbstücke sind ja auch die Monatsnamen vom März bis zum Februar oder dann, seit Caesar, vom Januar bis zum Dezember, und nicht zuletzt auch der "Kalender" selbst.

In der römischen Antike freilich war man von den eigenen kalendarischen Leistungen weniger überzeugt; so hat der Dichter Ovid das krasse Missverhältnis zwischen kriegerischem Erfolg und kalendarischem Wirrwarr am Anfang seiner Fasti in die Formel gefasst: Mehr von den Waffen verstandest du doch, Romulus, als von den Sternen, hattest ja mehr den Sieg über die Nachbarn im Sinn!

Allerdings sollten wir heutzutage nicht vom hohen Ross auf die Römer schauen; während es Caesar gelungen ist, das bürgerliche Jahr mit dem Amtsjahr der Konsuln zur Deckung zu bringen, kennen wir ein Nebeneinander von Kalenderjahr, Verwaltungsjahr, Haushaltsjahr, Kirchenjahr, Studienjahr und Schuljahr. Genau gesehen sind demnach die Schüler die ersten, die mit Beginn des neuen Schuljahres den Schritt ins neue Jahrtausend wagen - ein Vierteljahr vor dem kalendarischen Termin.

Die Aufgabenstellung beim 6. Schülerwettbewerb Lebendige Antike

Diese Tatsache, aber mehr noch der Umstand, dass sehr viele Aspekte unseres Kalenders von den Römern stammen oder uns durch sie vermittelt wurden, hat das für die Ausschreibung des 6. Berliner Schülerwettbewerbs Lebendige Antike 1999 verantwortliche Gremium des DAV, LV Berlin und Brandenburg, bewogen, den Kalender zum Gegenstand des Wettbewerbs zu machen, nicht ad Kalendas Graecas , sondern hic et nunc: für das Jahr 2000. Der Text der Ausschreibung, veröffentlicht im Heft 1/1999,33f dieser Zeitschrift und als Rundschreiben IV Nr. 96/1998 des LSA mit Datum 1.12.1998, definierte die Aufgabe folgendermaßen:

Der Landesverband Berlin und Brandenburg des Deutschen Altphilologenverbandes (DAV) schreibt erneut den vom Landesschulamt Berlin unterstützten Schülerwettbewerb "Lebendige Antike" für den Fachbereich Alte Sprachen aus.

Aufgabenstellung: Ein Kalender für das Jahr 2000

Hergestellt werden soll ein Kalender zur Jahrtausendwende mit Texten aus der römischen oder griechischen Welt bzw. der lateinisch- oder griechischsprachigen Wirkungsgeschichte der Antike.

Gedacht ist an einen Wettbewerbsbeitrag in der Form eines Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahreskalenders, der lateinische oder griechische Texte (Geflügelte Worte, Zitate, Gedichtanfänge, Lebensweisheiten, Sprichwörter usw.) vorstellt und illustriert oder literarische, archäologische, historische, architektonische oder mythologische Motive antiker Herkunft in Bild und Text realistisch, phantasievoll oder verfremdet darstellt.
Unseren Kalender verdanken wir vor allem der römischen und christlichen Kultur. Das bevorstehende Jahr 2000 gibt Anlaß, über diesen Kalender und die Entstehung unserer Zeitrechnung nachzudenken. Ein Wettbewerbsbeitrag kann auch den Kalender selbst zum Gegenstand der Betrachtung machen.

Kriterien für die Preiswürdigkeit sind: Eigenständigkeit der eingesandten Arbeit, Originalität und Phantasie des Beitrags, Innere Geschlossenheit bzw. Vielseitigkeit der Texte und Illustrationen, Qualität der graphischen Aufmachung, gelungene Integration lateinischer und/oder griechischer Sprache.

So viele Wettbewerbsbeiträge wie noch nie

Bis zum 30. April 1999 wurden 113 Schülerarbeiten eingereicht, etwa 630 Schülerinnen und Schüler an 32 Berliner und Brandenburger Schulen haben an ihren Kalendern gearbeitet, betreut von 45 Lehrerinnen und Lehrern, von denen 19 zwei oder mehrere (bis zu 11) Arbeiten betreuten. Die größte Zahl der Kalender, überwiegend im Format DIN A 4 bis DIN A 2, waren in Collagetechnik hergestellt, von Hand gemalt oder mit Hilfe des Scanners und Computers produziert. Allerdings gab es auch andere Techniken und Materialien: Holzarbeiten, Ton, Modellbau und Kalender in Anlehnung an die bekannte Form des Weihnachtskalenders oder der antiken Buchrolle. Zwar begegnen der Abreißkalender, der Wochenkalender und der Steckkalender, aber die dominierende Form ist die eines Kalenders mit zwölf illustrierten Blättern, also ein Kalenderblatt pro Monat. Unter den eingesandten Arbeiten waren solche von beeindruckender Perfektion und ausgeprägtem Sinn für Ästhetik, aber auch solche, denen diese Qualität weitgehend zu fehlen schien. Wir haben erfahren, dass es Schulen gibt, die nicht alles, was irgendwie schnell zu einem Kalender zusammengefügt wurde, der Jury vorlegen ließen, sondern eine schulinterne Vorauswahl trafen. Dies halten wir für den richtigen Weg.

Erstmals waren alle drei Altersgruppen in etwa gleichmäßig vertreten, es gab 34 Arbeiten in der Gruppe A (Klassen 5-7), 41 in der Gruppe B (Klassen 8-10) und 38 in der Gruppe C (Klassen bzw. Kurse 11-13), auch eine Reihe von Leistungskursen hat sich beteiligt. Nicht anders als in den vergangenen Jahren haben viele Lehrer den Wettbewerb als sinnvolle Form der Projektarbeit, zur Erweiterung des methodischen Inventars, zur Ergänzung der traditionellen unterrichtlicher Fragestellungen und zur Motivation ihrer Schüler durch die Anfertigung eines Produkts mit der Chance zum interschulischen Vergleich genutzt. Abweichend von früheren Wettbewerben haben weniger ganze Klassen oder größere Gruppen geschlossen an einem Produkt gearbeitet, es gab vielmehr eine große Zahl von Kleingruppen und auch viele Einzelbewerber. Zu den Ausnahmen in dieser Hinsicht zählte die Klasse 6d des Goethe-Gymnasiums, die im Unterricht einen Kalender mit zwölf bunt illustrierten Schülerausreden im Irrealis (dies offensichtlich das Thema des Unterrichts) angefertigt hat, und die Klasse 10P2 der Wald-Oberschule, die jeweils auf einer Kalender-Doppelseite einen (antiken) Römer sich mit einer Berliner Punkerin treffen lassen und deren Lebenswelten in kessen Bemerkungen und Bildern gegenüberstellen. (Im vergangenen Jahr konnte diese Klasse beim Wettbewerb Moderne Fremdsprachen mit einem englischsprachigen Beitrag schon einen Preis erhalten!)

Übrigens bestand eine wesentliche Leistung in einer gewissen Einheitlichkeit des Konzepts: vielfach gewählt wurden als Kalenderthema die römischen oder griechischen Götter, die (idealerweise 12) Taten des Herkules, lateinische Sprichwörter, Fabeln, Texte von Ovid und Catull, mythologische Figuren, antike Bauten, Historisches und Wirkungsgeschichtliches. Es ist klar, dass eine geschlossene Konzeption überzeugender wirkte als eine zufällige bunte Vielfalt. Eindruck gemacht hat die Arbeit von Alexandra Schulz (Erich-Fried-Gymnasium), die sich für die zwölf Monatsblätter zwölf Episoden aus Ovids Metamorphosen vorgenommen hatte, wobei sie jede Verwandlungsgeschichte zeichnerisch in jeweils acht Bildern dargestellt hat. Dabei waren pro Kalenderseite zunächst vier Szenen zu studieren; durch einen Zugmechanismus verwandelte sich diese erste Bilderserie in die zweite Folge aus weiteren vier Bildern - eine angemessene Form der Darstellung und perfekt in der technischen Gestaltung obendrein. - Ebenfalls aus der Ovidlektüre hervorgegangen ist die Arbeit des GK Latein der Bühring-Oberschule Am Ariadnefaden durch die Mythologie; Ziel des Kalenders ist, im Jahr 2000 in optisch sehr ansprechender und informativer Weise durch das Labyrinth einiger Mythen der Antike zu leiten.

- Einen sehr umfangreichen und inhaltlich wie ästhetisch ausnehmend gelungenen Kalender produzierten fünf Schülerinnen des Profilkurses Latein der Humboldt-Oberschule, die ausgewählte lateinische Texte mit kolorierten Illustrationen nach antiken Vorbildern in Korrelation setzten und als verbindendes Motiv Pflanzen und ihre Bedeutung in der antiken Welt herausstellten. - Weit derber und deftiger ging es in der Arbeiten der Fünft- bis Siebtklässler zu, wenn durchwegs mit gutem Sinn für den Kern der Aussage lateinische Sprichwörter illustriert oder Mythologisches auf den Punkt gebracht wurde, etwa von Anika Westermann (Arnold-Gymnasium Perleberg), Manuela Seiler (Oranke-Oberschule), Willi Schumacher (Heinrich-Schliemann-Gymnasium) oder Angela Berg (Canisius-Kolleg).

- Zu erwähnen wäre noch die Arbeit der Klasse 8a des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder (Potsdam), deren Kalenderseiten aus thematischen Collagen mit lateinisch durchsetzten Elementen moderner Werbung bestehen, oder der Kalender von Schüler/innen des Basiskurses der Alexander-von-Humboldt-Oberschule, die ihre zwölf lateinischen Fabeln nicht nur gekonnt illustrierten, sondern auch ins Russische, Französische und Deutsche übersetzten.

Der römische Kalender und das Jahr 2000

Quasi ein Nebenprodukt der Anfertigung des Kalenders für das Jahr 2000 war für die meisten Gruppen die Beschäftigung mit dem römischen Kalender und mit der Genese unseres heutigen Kalenders. Wie heißen die lateinischen Monatsnamen? Wie die lateinischen Wochentage? Hatten die Römer die Sieben-Tage-Woche und einen Sonntag? Wie haben sie die Wochentage gezählt? Warum machen wir das heute anders" Welche Festtage mit welchem Inhalt begingen die Römer" Wie steht es mit dem Schalttag im Februar? Warum ist dieser nötig oder auch nicht? Warum liegt dieser Schalttag ausgerechnet im Februar? Wie sah ein römischer Kalender überhaupt aus? - Fragen über Fragen, für die man eine Erklärung braucht.

Folgendes könnten die Wettbewerbsteilnehmer über den römischen und unseren heutigen Kalender bei der Konzipierung ihrer Bild-Kalender gelernt haben - einige geben darüber in einem Anhang zu ihrem Kalender explizit Auskunft:

· Im römischen Kalender war der Monatserste anfänglich der Tag, an dem das Neulicht wahrgenommen wurde, also das erste Wiedererscheinen der schmalen zunehmenden Mondsichel nach dem Neumond. Überliefert ist, dass der pontifex minor (Gehilfe des pontifex maximus) an diesem Tag vor der Curia Calabra auf dem Kapitol durch mehrmaliges Abrufen der Formel "dies te quinque (septem) calo Iuno Covella" dem Volk verkündete, ob fünf oder sieben Tage bis zu den Nonen zu rechnen seien. Aus kalo - ich rufe erklärten die Römer später die Bezeichnung Kalender für den Monatsersten. Der moderne Begriff Kalender leitet sich her von calendarium, Schuldenverzeichnis (Sen. ep. 87,7; ben. I 2,2), weil am 1. des Monats, an den Kalenden, üblicherweise Zinszahlungen fällig wurden (Dig. XII 1,40). Die lateinische Bezeichnung für Kalender ist fasti, Verzeichnis der Gerichtstage (Kaletsch 27/30; Bartels 1998,83f; Weeber 197)

· Die meisten indogermanischen Sprachen bezeichnen den Mond wie den Monat mit einem von demselben Stamm abgeleiteten Wort (man hat ihn mit der Wurzel "ma", "messen", verknüpft): im Lateinischen ist nur die Ableitung "mensis" bewahrt, im Griechischen heißt mén zwar "Monat", hat aber ursprünglich "Mond" bedeutet. "Luna regit menses", schreibt Ovid in den Fasten 3,883 (Kaletsch 26f)

· Die römischen Monatsnamen Martius, Aprilis, Maius, Iunius, die zum Teil gemeinitalisch sind, haben anfänglich vielleicht Wachstumsstufen bezeichnet. Ianuarius, den man mit Janus, dem Gott des Anfangs zusammengebracht hat, steht im altrömischen Kalender an vorletzter Stelle. Auf ihn folgt der Februarius, der mit "februus", "reinigend", verbunden wird. Erst Martius, mit dem altlatinischen Mars zusammenhängend, eröffnet im altrömischen Kalender das Jahr, mit ihm begann der Frühling, erwachte die ("männliche": mas,-ris) Naturkraft in Tier- und Pflanzenwelt. Aprilis gilt bei Censorinus (de die natali 22,9) als Monat der Erschließung der Natur (von "aperire", "öffnen") nach der Winterruhe. Maius (Wurzel "mag", "wachsen") stellt sich als Wachstumsmonat des Getreides in den Kreis der Vegetationsmonate des altrömischen bzw. -italischen Bauernjahres. (Kaletsch 36f)

· Die Namen der folgenden Monate erschließen sich von selbst: Quintilis, Sextilis (später nach Iulius Caesar und Augustus umbenannt) bis December sind der fünfte bis zehnte Monat eines altertümlichen römischen Jahres gewesen. Für den November kennt man, freilich nicht im offiziellen Gebrauch, die Bezeichnung Mercedonius (von merces, "Zins, Miete, Pacht"): in diesem Monat mußte das Pachtgeld bezahlt werden. (Kaletsch 37) - Homer und Hesiod haben Monatsnamen noch nicht gekannt. (Kaletsch 34)

· Caesar hat (gestützt auf die astronomischen Berechnungen des griechischen Mathematikers Sosigenes aus Alexandria) bei seiner Kalenderreform die Monate so eingeteilt, dass auf einen Monat mit 31 Tagen immer ein Monat mit 30 Tagen folgte, mit Ausnahme des auch im altrömischen Kalender schon kürzeren Februar, der 29 Tage hatte, nur in Schaltjahren dreißig. (Greiner/Pelzl 216f) - Im Jahr 44 v.Chr. wurde der Monat Quintilis, der Geburtsmonat Caesars (geb. 13.7.1000 v.Chr.) zu Ehren des Diktators in Iulius umbenannt. (Kaletsch 70; Bartels 1976,40f; Bartels 1988,94-99,124ff; Borst 18; vgl. Dio Cassius 44,5,2; 45,7,2; Sueton, Caesar 76,1; Proteste Ciceros gegen "Juli": Briefe an Atticus 16,1,1; 16,4,1; Ciceros Spott über Caesars Edikt: Plutarch, Caesar 59,6)

· Für die Behebung eines Zählfehlers wurde Kaiser Augustus im Jahre 8 v.Chr. mit der Umbenennung des Sextilis in August belohnt. Der Anlaß war der endgültige Sieg des jungen Octavian über seine Feinde , der auch zur bis heute gültigen Einführung der feriae Augusti - "Ferragosto" - der Festtage des Augustus führte. Allerdings wollte man dem Kaiser nicht antun, dass sein Monat nach der Umbenennung einer der kurzen war. Deshalb wurde dem Monat August ein Tag dazugegeben, dass auch er 31 Tage hatte. Seitdem gilt im Kalender, dass zwei Mal 31 Tage aufeinanderstoßen, nämlich Dezember / Januar sowie Juli / August. Der eine überschüssige Tag, der dem August zugefügt worden war, wurde dem Februar weggenommen, und so hat der Februar statt 29 nun im Normaljahr nur noch 28 Tage. (Greiner/Pelzl 219f; Kaletsch 70; Borst 19f; vgl. Sueton, Augustus 31,2; Dio Cassius 51,10ff; Plutarch, Antonius 75ff)

· Das Beispiel der ersten Cäsaren verlockte manche späteren Herrscher zur Nachahmung. Nero gab dem April den neuen Namen Neroneus. Domitian belegte gleich zwei Monate für sich, seinen Geburtsmonat Oktober nannte er Domitianus, dem September, in dem er seine Herrschaft angetreten hatte, gab er seinen Ehrennamen Germanicus. Ihren Gipfel erreichte die Kalenderpropaganda unter Commodus am Ende des 2. Jhs., fast die gesamte zweite Jahreshälfte usurpierte dieser wohl meistgehaßte Kaiser mit seinen Ehrennamen. Den August nannte er neu Commodus, dem September gab er den Namen des Hercules, als dessen Wiederverkörperung er sich betrachtete; der Oktober und der November erhielten seine Ehrentitel Invictus (der Unbesiegte) und Exsuperatorius (der Überragende), den Dezember schließlich ließ er zu Ehren seiner Mätresse Marcia, die er gern als Amazone dargestellt sah, in Amazonius umbenennen. (Bartels 1988,128f; vgl. Sueton, Nero 55; Domitian 13,3; Historia Augusta, Commodus 11,8)

· Den letzten Fehler des Julianischen Kalenders korrigierte Papst Gregor XIII. 1627 Jahre nach dessen Einführung im Jahr 1582. Diese Feinheit konnte Caesar noch nicht wissen, dass, um den Kalender vollkommen mit dem Lauf der Erde um die Sonne abzustimmen, alle vierhundert Jahre der Schalttag dreimal ausfallen muß. Da bis Papst Gregor diese Schalttage nicht ausgefallen waren, strich er sie im Oktober 1582 zwischen dem 4. und 15. auf einmal, und seither dürfen nur noch jene Hunderterjahre Schaltjahre sein, die man durch 400 dividieren kann. Deshalb waren 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, aber das Jahr 2000 ist wieder ein Schaltjahr. - Die Atomuhr gestattet heute einen laufenden Fehlerausgleich. Da geht es nicht mehr um Tage, sondern um Sekunden. Seit dem 1. Juli 1972 sind mehrfach "Schaltsekunden" eingeschaltet worden. (Greiner/Pelzl 220; Bartels 1976,40; Borst 86)

· Die Archäologen kennen etwa 40 Abschriften römischer Kalender; dabei stand in einer ersten Spalte der Buchstabe für den Wochentag, A bis H. Die römische Woche, die sich am Achttagezyklus der Markttage orientierte, war durch die Julianische Kalenderreform nicht berührt. In der zweiten Spalte des Kalenders war der Tagescharakter verzeichnet, ob ein Tag ein Gerichts- (F), ein Tag für die Volksversammlung ( C ) oder ein Festtag (N) war. Fixpunkte im römischen Kalendarium sind die Kalenden, die Nonen und die Iden. Die anderen Tage werden als der soundsovielte vor dem nächstfolgenden Fixtag errechnet, wobei der Tag selbst und der Fixtag mitgezählt werden. Eine Woche mit zwei arbeitsfreien Tagen, wie sie heute selbstverständlich ist, war für den Römer vollkommen undenkbar (dafür gab es unvergleichlich mehr Feiertage). Schon die Regelmäßigkeit und Striktheit, mit der die Juden ihren einen freien Tag, den Sabbat, begingen, stieß auf Ablehnung und Unverständnis. (König 75-80; Greiner/Pelzl 211ff; Weeber 196f)

· Die Tage der jüdischen Woche wurden gezählt: in den altrabbinischen Texten erscheinen Sonntag, Montag usw. als "erster, zweiter ... in der Woche". Ebenso halten es die christlichen Kirchen. Die römische zählt dominica ("Herrentag"), feria II ... VI für Montag bis Freitag, sabbato für Samstag. Die griechische entsprechend kyriaké (Herrentag), deutera .. pémpte für Montag bis Donnerstag, paraskeué ("Rüsttag"), und sabbato. Dagegen haben die Wochentage im Westen ihre Namen von den sieben Planetengöttern: Luna (Mond), Mars, Mercurius, Iupiter, Venus, Saturnus, Sol (Sonne). Unsere Woche hat, so gesehen, neben dem Ursprung im jüdischen Glauben ihre zweite Wurzel in der astrologischen Planetenwoche der römischen Kaiserzeit, die für jeden Tag einen Regenten bestimmte: das Gestirn, dem die erste Tagesstunde (nach Mitternacht, entsprechend dem römischen Tagesbeginn) gewidmet war. Um die Wende vom 1. zum 2. Jahrhundert n.Chr. konnte der jüdische Historiker Josephus (Contra Apionem 2,39,2) nicht ohne Stolz feststellen: "Es gibt keine griechische Stadt mehr, nicht eine einzige, und auch außerhalb der griechischen Welt kein einziges Volk, zu dem unser Brauch des Siebten Tages, an dem wir Feiertagsruhe halten, nicht vorgedrungen wäre." (Kaletsch 39f; Bartels 1988,100-104)
· Die astrologische Woche war in Italien schon unter Augustus verbreitet, herrschte im 3. Jh.n.Chr. im Reich vor und wurde natürlich auch von den Christen benutzt. Der in dieser Zeit mächtig vordringende Kult des "Sol invictus", der synkretistische Vorstellungen der Spätzeit vereinigte und von zahlreichen Kaisern propagiert wurde, ließ den "dies Solis" zum wichtigsten Wochentag werden. So war es nur konsequent, wenn Konstantin d.Gr. 321 n.Chr. für den "durch die Verehrung hochangesehenen Tag der Sonne ... Gerichtsgezänk und sträflichen Parteihader ... für ungeziemend erachtete" (Codex Theodosianus 2,8,1), d.h. Feiertagsruhe anordnete. Damit war die Planetenwoche staatlich sanktioniert, und zwar mit dem christlichen Feiertagstermin "Sonntag". Diese Maßnahme trug zur raschen Verbreitung des Christentums bei. (Kaletsch 40f; Borst 20; Schmoll 12)

· Die Ägypter besaßen keine Woche in unserem Sinne, sondern Zehntagesabschnitte in ihrem auf 30 Tage schematisierten "Monat". - Bezeichnenderweise hat der französische Revolutionskalender (1793-1805) in der herrschenden Begeisterung jener Zeit für das Dezimalsystem mit dem christlichen Kalender auch die Woche abgeschafft und durch die Dekade ersetzt, deren Tage primidi bis décadi durchgezählt wurden. Die neue Ära, welche die gregorianische ablösen sollte, erhielt den Namen "ère des Français". Diese Neuerung hat sich freilich im Volk niemals eingebürgert, Napoleon setzte den Revolutionskalender wieder außer Kraft. (Kaletsch 44; Maier 100-107)

· Für politischen Mißbrauch eignete sich das Interkalieren, das ist das Einschieben von Schalttagen und -monaten, das jährlich notwendig war. Im Jahr 190 v. Chr. zum Beispiel war der Kalender dem Sonnenjahr um 119 Tage voraus, im Jahr 63 v. Chr. war er fast gleichlaufend, aber im Jahr 46 v. Chr. war er dem Sonnenjahr wieder um 90 Tage voraus. Man kann daran erkennen, wie willkürlich die Priester geschaltet und gewaltet haben müssen. Es war oft so kraß, beklagt sich Cicero, dass er noch nicht einmal am 13. Februar wußte, ob am 23. Februar, dem klassischen römischen Schaltdatum, geschaltet werde oder nicht. (Greiner/Pelzl 216f; Bartels 1988,94-99)

· Vor der Kalenderreform Caesars hatte der Februar nur 23 Tage, und es war üblich, danach einen ganzen Schaltmonat - mensis intercalaris einzufügen. Caesar schaffte den altrömischen Mondkalender mit seinen 355 Tagen und vielen Schalttagen ab - er war ja seit dem Jahr 63 v. Chr. Pontifex maximus und hatte als solcher das Recht dazu - und ersetzte ihn durch einen Sonnenkalender mit nur einem einzigen Schalttag alle vier Jahre, wie er ihn in Ägypten kennengelernt hatte, und der im Prinzip bis heute gilt. Caesar schob also im Jahr 46 v. Chr. zunächst am 24. Februar 23 Schalttage ein und, um die restlichen Abweichungen des Kalenders vom Sonnenjahr in den Griff zu bekommen, zwischen November und Dezember noch einmal 67 Tage, so dass das Jahr 46 v. Chr. insgesamt 445 Tage hatte. (Greiner/Pelzl 217f; König 75-80) - Übrigens hätte schon Ptolemaios III. Euergetes 238 v.Chr. alle vier Jahre einen speziellen Schalttag einfügen wollen; damit hätte er quasi den "Julianischen Kalender" zwei Jahrhunderte vor Caesar eingeführt, was die ägyptische Priesterschaft allerdings zu vereiteln wußte, zumal er diesen Schalttag als Festtag für sich begehen wollte. (Kaletsch 63)

· Die Stunde als Begriff in unserem Sinne kommt erstmals bei Aristoteles (Staat der Athener 30,6) vor. éra (hóra, lat. hora) galt zuvor als Zeit, vor allem Jahreszeit; im altgriechischen Volkslied bringt die Schwalbe die schönen "horai" im Frühling wieder. Herodot (2,109,3) weiß zu berichten, die Griechen hätten die Sonnenuhr und "die zwölf Teile des Tages" von den Babyloniern gelernt. Regelmäßige Stundenzählung nach Uhren begann in Rom erst im 2. Jh.v.Chr. Unsere Gleichstunde ist übrigens erst am Ende des Mittelalters mit dem Aufkommen der Schlaguhren an Stadt- und Kirchtürmen allmählich angenommen worden. In der Gegenwart beginnt der Volltag auf der ganzen Erde gleichlaufend mit dem Kalendertag um Mitternacht, eine Tagesepoche, die sich aus der Gleichstunde erklärt und sich mit ihr verbreitet hat. Rätselhaft erschien schon antiken Erklärern, dass die Römer ihren Kalendertag mit Mitternacht begannen, mit der vollendeten sechsten Nachtstunde (hora sexta noctis), obwohl sie doch ihre Temporalstunden von Sonnenaufgang zählten. (Kaletsch 24-26; Bartels 1988,105-107; Dohrn-van Rossum 24-34; Levine 90-100)

· Die Zählung von Jahren "nach Christi Geburt" war etwas Neues: Dionysius Exiguus verschmähte es, die in Alexandrien - zuerst bei den Astronomen - gebräuchliche Diokletians-Ära, die von 284 n.Chr. (29.8.) an gerechnet wird und nach der die Kyrillostafel bis zum Jahre 531 n.Chr. die Jahre bezeichnete, in seine neue Ostertafel zu übernehmen. 'Wir wollten nicht", schreibt er, "unsere Zyklen mit dem Andenken dieses ruchlosen Verfolgers verknüpfen, sondern haben es vorgezogen, von der Fleischwerdung unseres Herrn Jesus Christus an (ab incarnatione nostri Iesu Christi) die Jahresläufe zu bezeichnen" (Migne, Patrologia Latina 67, 487 A). Dionysius wurde so zum Schöpfer der christlichen Zeitrechnung. (Kaletsch 79; Maier 72f, Müller III)

· Die Bezeichnung von Jahren "vor Christi Geburt" schlug erstmals der gelehrte Jesuit Dionysius Petavius (1583-1652), der Opponent Scaligers, vor. Jedoch bürgerte sich erst im 18. Jh. - anstelle der traditionsreichen antiken Ären nach "Olympiaden" (von 776 v.Chr. an gerechnet) und nach "Jahren seit der Gründung der Stadt (Rom)", "ab urbe condita" (von 753 v.Chr. an gerechnet, nach Varro) - auch für das Altertum die Zählweise nach der christlichen Ära ein. Im 19. Jahrhundert hat sie sich als einheitliche Zeitrechnung für die gesamte Weltgeschichte durchgesetzt. (Kaletsch 80; Maier 33-44)

· Wahrscheinlich beabsichtigte Caesar, als er 46 v.Chr. den römischen Kalender reformierte, das Jahr mit dem kürzesten Tag, dem 24. Dezember, anfangen zu lassen, aber schließlich ließ man es sieben Tage später beginnen, damit der Anfang des ersten reformierten Jahres auf den Tag des Neumonds fiel. (Reclams Lexikon der Antike 1996,324). - Unsere bzw. die caesarische Jahresepoche, den 1. Januar, nannte man im Mittelalter Circumcisionsstil nach dem im 6. Jh., vielleicht auch früher, eingeführten Fest der Beschneidung Christi, acht Tage nach seiner Geburtsfeier (Lukas 2,21; vgl. Genesis 17,12). Das Fest sollte die von der Kirche perhorreszierten Bräuche des heidnischen Neujahrs verdrängen. Das Konzil von Tours (576) erklärte den Jahresbeginn im Januar ausdrücklich als "antiquus error" und bedrohte seine Benutzung mit der Exkommunikation. Es wundert daher nicht, wenn diese Jahresepoche sich im offiziellen Gebrauch verhältnismäßig spät - im Lauf des 16. Jh. - durchsetzte. Erst nach 1800 Jahren also war in Europa das bürgerliche Jahr überall zu seinem ursprünglichen, dem von Caesar bestimmten Neujahrstag zurückgekehrt. (Kaletsch 76)

· Die faschistische Revolution in Italien proklamiert eine neue Epoche. Als "anno primo" gilt 1922, das Jahr des "Marsches auf Rom", jedoch nur ergänzend zur überlieferten Zeitrechnung. - In der Sowjetunion gilt ab 1929 die ununterbrochene Arbeitswoche. Sonntage und kirchliche Feiertage werden abgeschafft. Die Tage werden nach Farben (Gelb, Orange, Rot, Purpur, Grün) benannt; 1941 kehrt die Sowjetunion im Zeichen eines Modus vivendi zwischen Staat und Orthodoxie im Krieg zur christlichen Woche zurück. - Die Nationalsozialisten stellen ebenfalls Experimente mit neuen Kalendern an, freilich ohne dauerhafte Wirkung. Offiziell wird 1936 die Datierung "vor und nach Christus" durch die Formel "vor und nach der Zeitwende" ersetzt. (Maier 114)

Man könnte die einschlägige Literatur noch weiter ausbeuten, fände noch manches interessante und amüsante Detail, etwa die folgende Schimpfkanonade des Plautus:
Die Götter verwünschen den Mann, der als erster entdeckt hat, wie man Stunden unterteilt - verwünsch ihn auch, ihn, der an dieser Stelle eine Sonnenuhr aufgestellt hat, um meine Tage so scheußlich zu zerschneiden und in kleine Stücke zu zerhacken! Als ich ein Junge war, war mein Magen meine Sonnenuhr - eine zuverlässigere, wahrhaftigere und genauere als jede andere. Diese Sonnenuhr gab an, wann es an der Zeit war, zum Essen zu gehen, wann ich essen sollte. Doch heutzutage darf ich, selbst wenn ich etwas habe, mich nicht darüber hermachen, bis die Sonne es mir erlaubt. Die Stadt ist voll von diesen verwünschten Uhren ... (Levine 111)

Oder auch die Notiz, dass unter der römischen Basilika S. Maria Maggiore bei Ausgrabungen Ende der 60er Jahre die Reste eine Villa gefunden wurden, die wohl dem Konsul des Jahres 331 n. Chr., Iunius Bassus, gehörte. Im Zentrum dieser Villa liegt ein Hof mit den Maßen 37 mal 30 Meter, und um diesen Hof waren zwölf Räume gruppiert, in denen Reste eines ungewöhnlichen Wandkalenders erhalten geblieben sind, der aus dem Jahr 354 n. Chr. datiert. Jeder dieser Räume war mit dem Teil eines Kalenders bemalt, das heißt, ein Monat pro Raum, und zwar mit Darstellungen aus dem bäuerlichen Leben. Von den zwölf Fresken ist nur der Monat September noch relativ gut erhalten. Das Bild zeigt einen Obstgarten mit Personen, die mit der Obsternte beschäftigt sind. Rechts von der bildlichen Darstellung ist der eigentliche Kalender aufgemalt: mit Wochenbuchstaben, Tagescharakteren, Festtagen und der Angabe des Datums durch Rückwärtszählen von Fixtagen aus (vgl. Greiner/Pelzl 211ff).

Hätten sich die Künstler des Iunius Bassus an unserem Wettbewerb beteiligt, vielleicht hätten sie die Jury des Wettbewerbs Lebendige Antike 1999 etwas irritiert. Möglicherweise wäre ihr der "herbstliche Obstgarten" als zu unspezifisch für die antike Welt erschienen. Nun, die Teilnehmer bevorzugten manifeste Inhalte. Bei den Monats- und Tagesbezeichnungen sowie den Angaben des Datums durch Rückwärtszählen von Fixtagen aus und der Auflistung von Feiertagen orientierten sie sich allerdings vielfach an antiken Vorbildern (vgl. König, Der römische Festkalender der Republik, 1991, 80-104).

Preisträger und Plazierte: Die Ergebnisse des Wettbewerbs

Die Jury hat in der bewährten Weise Dreiergruppen gebildet, die alle 113 Arbeiten genau studiert, die herausragenden Arbeiten dann im Plenum vorgestellt und deren jeweilige Qualitäten auf kritische Einwände verteidigt hat. Frau Knobelsdorf, Herr Dr. Wölke und Herr Dr. Granobs haben sich mit den Arbeiten der jüngsten Teilnehmer befasst, Frau Dr. Weber und Herr Schellenberger und Herr Dr. Lohe haben die größte mittlere Altersgruppe bewertet und für die Oberstufenarbeiten waren Frau Bruß, Herr Kurig und Herr Prof. Fritsch zuständig. Ihnen möchte ich sehr herzlich für ihre gewissenhafte Arbeit danken.

Die Jury hat fünf 1. Preise, acht 2. Preise, vierzehn 3. Preise sowie drei Sonderpreise vergeben (dotiert mit Geld- und Sachpreisen). Weitere 23 Arbeiten - für die wir die Kategorie "Lobende Erwähnung" eingeführt haben - erhalten einen Sachpreis neben der lateinischen Teilnehmerurkunde, die alle Teilnehmer bekommen. Herzlichen Glückwunsch!


Sonderpreis der Freunde des Antikenmuseums geht an das Heinrich-Schliemann-Gymnasium

Seit einem Jahrzehnt wird traditionell ein Preis, nämlich die Plakette der Freunde des Antikenmuseums, an diejenige Schule vergeben, die durch ein ganz besonderes Engagement auffällt. In diesem Jahr ging der Sonderpreis an das Heinrich-Schliemann-Gymnasium in Prenzlauer Berg, deren Schüler 17 Arbeiten eingereicht und fünf Preise sowie fünf "Lobende Erwähnungen" erlangt haben. Träger dieses Preises waren bislang die Walther-Rathenau-Oberschule (1989), das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster (1991), das Arndt-Gymnasium (1993), das Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasium (1995), die Oranke-Oberschule (1997) - nun also das Heinrich-Schliemann-Gymnasium (1999). In deutlichem Abstand folgen - wie die Schulstatistik zeigt - das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium und die Leonardo-da-Vinci-Oberschule, dahinter die Oranke-Oberschule und das Arnold-Gymnasium in Perleberg.

Schulstatistik

1. Heinrich-Schliemann-Gymnasium 17 Arbeiten; 1x2.Pr., 4x3.Pr., 5LE,

Sonderpreis: Plakette des Antikenmuseums

2. Heinrich-von-Kleist-Gymnasium 10 Arbeiten; 2x3.Pr., 2 LE
Leonardo-da-Vinci-Oberschule 10 Arbeiten; 1 LE

3. Oranke-Oberschule 8 Arbeiten; 1x1.Pr., 2x3.Pr., 2 LE
Arnold-Gymnasium, Perleberg 8 Arbeiten; 1x2.Pr.

4. Pascal-Oberschule 5 Arbeiten; 1x2.Pr., 3 LE
Katholische Schule Liebfrauen 5 Arbeiten; 1x3.Pr.

5. Canisius-Kolleg 4 Arbeiten; 1x2.Pr., 1x3.Pr., 1 LE
Rosa-Luxemburg-Oberschule 4 Arbeiten; 1x2.Pr., 1x3.Pr., 1 LE
Carl-von-Ossietzky-Gymnasium 4 Arbeiten; 1x3.Pr., 1xSonderpreis

6. Oberschule an der Weide 3 Arbeiten; 1x Sonderpreis, 1LE
Fürst-Pückler-Gymnasium, Cottbus 3 Arbeiten; 1 LE
Fridtjof-Nansen-Oberschule 3 Arbeiten; --
Humboldt-Oberschule 3 Arbeiten; 1x1.Pr.

7. Goethe-Gymnasium 2 Arbeiten; 1x2.Pr., 1 LE
Bertha-von-Suttner-Oberschule2 Arbeiten; 2 LE
Wald-Oberschule 2 Arbeiten; 1x1.Pr.
Evangelisches Gymnasium Hermannswerder, Potsdam2 Arbeiten; 1x2.Pr.
Gabriele-von-Bülow-Oberschule2 Arbeiten; 1x2.Pr., 1 LE
Goethe-Gymnasium, Nauen 2 Arbeiten; --
Erich-Fried-Gymnasium 2 Arbeiten; 1x1.Pr., 1x3.Pr.

8. Alexander-von-Humboldt-Oberschule 1 Arbeit; 1x3.Pr.
Gutenberg-Oberschule 1 Arbeit; --
Paulus-Praetorius-Gymnasium Bernau 1 Arbeit; --
Bühring-Oberschule 1 Arbeit; 1x1.Pr.
Einstein-Oberschule 1 Arbeit; 1 LE
Luise-Henriette-Oberschule 1 Arbeit; 1 LE
Arndt-Gymnasium 1 Arbeit; 1 LE
Lilienthal-Oberschule 1 Arbeit; 1 LE
Descartes-Gymnasium 1 Arbeit; --
Käthe-Kollwitz-Gymnasium 1 Arbeit; --
Bertolt-Brecht-Gymnasium, Brandenburg 1 Arbeit; --
Abkürzungen: 1./2./3. Preis; LE= Lobende Erwähnung

Insgesamt 113 Arbeiten von 32 Schulen, beteiligt ca. 630 Schülerinnen und Schüler, 45 Lehrer/innen
Vergeben werden 5 Erste Preise, 8 Zweite Preise, 14 Dritte Preise, 3 Sonderpreise und 24 Lobende Erwähnungen

Dank an die Förderer des Wettbewerbs

Für die Durchführung und Dotierung dieses Wettbewerbs hat der Landesverband Berlin und Brandenburg im DAV ca. 8000 DM eingesetzt, hinzukommen noch einmal gut die Hälfte dieser Summe für Sachpreise (Bücher, Software, Zeitschriften-Abonnements), die von Verlagen gestiftet wurden. Solche Summen sind für den DAV keine Peanuts, d.h. nicht aus Mitgliedsbeiträgen finanzierbar. Den Organisatoren des diesjährigen Wettbewerbs wurde zwischendurch - das darf hier auch gesagt sein - als ein Kalender nach dem anderen eintraf, oft auch regelrechte Kalenderpakete, ziemlich mulmig, wie denn jeder Preisträger zu einem Geld- oder Sachpreis (am besten beides zusammen) kommen würde.

Schließlich hat es doch geklappt, die Dotierung war so gut wie nie vorher, denn die traditionellen Förderer des Wettbewerbs haben dankenswerterweise auch diesmal wieder ihren Batzen Geld beigesteuert: zu nennen sind das Landesschulamt Berlin und besonders die Stiftung Berlinisches Gymnasium zum Grauen Kloster, sodann die Freundes- und Förderkreise des Canisius-Kollegs, des Goethe-Gymnasiums.und des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums.

Neue, ausnehmend großzügige Förderer haben wir in der Deutschen Industrie AG (Zentrale in der Hardenbergstraße) und in der Geschäftsführung der Berliner Blue Band Hotels gefunden (dazu gehören das Hotel Berlin, das Berlin Excelsior Hotel, das Berlin Plaza Hotel und das Berlin Mark Hotel); mein herzlicher Dank gilt den Geschäftsführerinnen dieser Hotels, Frau Henninger, Frau Franke und Frau Sälzer, sie haben das Tüpfelchen auf das "i" gesetzt!

Auch bei den Spendern von Sachpreisen können wir sehr namhafte Adressen nennen, allen voran den Freundeskreis des Antikenmuseums auf der Berliner Museumsinsel, sodann die Verlage Philipp-von-Zabern/Mainz, Aschendorff/Münster, Cornelsen/Berlin, Klett/Stuttgart, Vandenhoeck & Ruprecht/Göttingen, Langenscheidt/München, Volk und Wissen/Berlin, Prestel/München, Reclam/Ditzingen, C.H.Beck/München, den Friedrich-Zeitschriften-Verlag/Seelze, den Verlag Rudolf Spann/Herrsching und die Melsunger Spielebörse. Die Antikenabteilung des Martin von Wagner Museums der Universität Würzburg, das Römisch-Germanische Museum in Köln und das Deutsche Historische Museum Berlin haben uns Kataloge zur Verfügung gestellt. Von den Berliner Buchhandlungen hat uns die Firma Kiepert unterstützt. Dr. Karl und Philipp Niederau in Aachen haben uns die neueste Navigium-Sorfware geschickt.

Dank gilt Herrn Wetter für die reibungslosen Kontakte zum Landesschulamt und Herrn Dr. Wölke sowie Herrn Dr. Oberhaus für die Ausfertigung der lateinischen Urkunden. Allen Beteiligten, die ihre Sympathie für die "Lebendige Antike" 1999 unter Beweis gestellt haben, gilt unser großer Dank. Ich möchte wünschen, dass alle auch im Jahr 2001 wieder dabei sind.

Riesengroßen Applaus von allen bei der Preisverleihung Anwesenden erntete schließlich Herr Dr. Peter Lohe, der Hausherr des Goethe-Gymnasiums und der "Erfinder" und Promotor des Wettbewerbs "Lebendige Antike". Er geht mit Ende des Schuljahres als Schulleiter von Bord des renommierten Goethe-Schiffs und erhielt in Anerkennung seiner Verdienste um den Berliner Schülerwettbewerb eine Urkunde mit folgendem Wortlaut:

Consociatio Palaeophilologorum / Berolinensis et Brandenburgica / hoc documento / summas agit gratias /viro humanissimo / Doctori Petro Lohe / sodali suo ac pristino praesidi / qui discipulorum certamen Berolinense et Brandenburgicum / ad "antiquitatem vivam" spectans / anno domini MCMLXXXIX / feliciter instituit et constanter sustinuit / et de linquis antiquis / nostra aetate aptissime tradendis / et de schola semper reformanda / optime meruit. / Datum Berolini mense Iulio A. D. MIM / Praeses Consociationis

Anmerkungen:

1. Klaus Bartels, Wie der Steuermann im Cyberspace landete. 77 neue Wortgeschichten, WBG Darmstadt 1998: Wortgeschichte Kalender, S. 83f. - Vgl. ders., Göttin, Gold und Grizzly, Streiflichter aus der Antike, München 1976,38-40: Sonne, Jahr und Tag. - Ders.: Eulen aus Athen. Streiflichter aus der Antike, Paderborn 1988, 94-108: Kalendergeschichten zum Schalttag / Die sieben Götter der Woche ... und ihr stündlicher Wachwechsel, 124-130: Ein heißer Juli / Kalendergeschichte zum 1. August.
2. Publius Ovidius Naso, Fasti. Festkalender, Lateinisch-deutsch, auf der Grundlage der Ausgabe von Wolfgang Gerlach neu übersetzt und herausgegeben von Niklas Holzberg, WBG Darmstadt (Sammlung Tusculum und Artemis & Winkler Verlag), 1995, I,29f: "scilicet arma magis quam sidera, Romule, noras / curaque finitimos vincere maior erat".
3. Hans Kaletsch, Tag und Jahr. Die Geschichte unseres Kalenders, Artemis Verlag Zürich/Stuttgart 1979,69ff. - Zur Geschichte des römischen Kalenders vgl. Art. Zeitrechnung (H. Kaletsch), in: Lexikon der Alten Welt, Artemis Verlag Zürich-München 1965/1990; Art. Kalender, in: Reclams Lexikon der Antike, hrsg. von M.C. Howatson, Stuttgart 1996; Art. Kalender, in: Alltag im Alten Rom. Ein Lexikon von Karl-Wilhelm Weeber, Artemis & Winkler Verlag Zürich-München 1995; Meilensteine der Menschheit. Einhundert Entdeckungen, Erfindungen und Wendepunkte der Geschichte, hrsg. von der Brockhaus-Redaktion, Mannheim 1999,50-53; Hans Maier, Die christliche Zeitrechnung, Herder Verlag Freiburg 1991; Franz Müller, Der vergessene Mönch. Wie Dionysius Exiguus die christliche Zeitrechnung erfand, in: Berliner Zeitung 7./8.8.1999, Magazin III; Heike Schmoll, Ruhe am siebten Tag. Biblische Begründungen der Sonntagsheiligung und die konstantinische Wende, FAZ 6.8.1999,12; Angelika u. Ingemar König, Der römische Festkalender der Republik (Reclam TB 8693) Stuttgart 1991; Gerhard Dohrn-van Rossum, Die Geschichte der Stunde. Uhren und moderne Zeitordnungen, Hanser Verlag München-Wien 1992; Arno Borst, Computus. Zeit und Zahl in der Geschichte Europas, Wagenbach Verlag Berlin 1990; Hermann Grotefend, Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit, Hannover 13. Aufl. 1991; Wilfried Greiner, Bernhard Pelzl: Alles zu seiner Zeit. Über den Kalender und die Feste, in: dies.: Ruinen erzählen. Alltägliches Leben im alten Rom, Böhlau Verlag Wien 1998,211-225. Zur Psychologie und Kulturgeschichte des Zeitempfindens vgl.: Robert Levine, Eine Landkarte der Zeit. Wie Kulturen mit Zeit umgehen, Piper Verlag München 1998; Zeit / Los. Zur Kunstgeschichte der Zeit (Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Kunsthalle Krems, 30.5. - 1.10.1999), hrsg. Carl Aigner, Götz Podat und Arnulf Rohsmann, DuMont Buchverlag Köln 1999.
4. "Ad Kalendas Graecas (soluturos) - An den griechischen Kalenden (werden sie zahlen)" (in dem Sinne: "Am St.-Nimmerleinstag ..."). Kaiser Augustus bei Sueton, Augustus 87,1, mit Bezug auf säumige Schuldner, von denen er keinerlei Zahlungen mehr erwartete. Die Kalendae, der "Monatserste" im römischen Kalender, waren ein gebräuchlicher Zahlungstermin; daher hießen sie bei den Schuldnern auch celeres Kalendae, "rasende Kalenden". Im griechischen Kalender gab es solche römischen "Kalenden" natürlich nicht." – Veni, Vidi, Vici. Geflügelte Worte aus dem Griechischen und Lateinischen, ausgewählt und erläutert von Klaus Bartels, Artemis Verlag Zürich/München 1989,35.
5. Die bisherigen Aufgabenstellungen sowie eine Literaturliste zum Wettbewerb findet man u.a. in: Lebendige Antike. Erfahrungen mit Projektarbeit im Latein- und Griechischunterricht, hrsg. Leonhard Dünnwald und Josef Rabl, erschienen und gedruckt als Broschüre beim BIL, Berlin 1998, 90 Seiten (vergriffen).

Josef Rabl


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