Fortbildungsangebote 1998 -1. Halbjahr
Veranstaltungen des Deutschen Altphilologenverbandes, Landesverband Berlin & Brandenburg, und weitere Termine
1) 1. Halbjahr 1998 -
2. Halbjahr 1998
Nr. 1
18.3.1998, 19.00 Uhr, Canisius-Kolleg, Mehrzweckraum
Prof. Dr. Johannes Christes (HU Berlin)
Recht und Gerechtigkeit in Ciceros Schrift de re publica
Consensus iuris in Ciceros Staatsdefinition versteht man meist im Sinne von Durchdringung (des Staates) mit wahrer Gerechtigkeit. Eine begrifflich schärfere Trennung von Recht und Gerechtigkeit findet zu einer anderen Deutung sowohl der Staatsdefinition als auch von Elementen der sich daraus entwickelnden Diskussion über die beste Verfassung.
Nr. 2
19.5.1998, 19.00 Uhr, Canisius-Kolleg, Mehrzweckraum
Prof. Dr. Friedrich Maier (HU Berlin)
Ovids Europageschichte - Das Zusammenspiel von Erotik und Politik
Eine neue Deutung des Textes und seiner Rezeption
Ovids Europageschichte läßt den bekannten Didaktiker der Humboldt-Universität nicht los. Ausführlich behandelte er das Thema in Quo vadis, Europa? Mythos - Begriff - Idee (1990, für den Unterricht aufbereitet in Stichwörter der europäischen Kultur, 1992), außerdem in Europa auf dem Weg nach Europa. Stationen einer dreitausendjährigen Geschichte (1995). Nunmehr verspricht sein Vortrag eine neue Deutung des Textes und seiner Rezeption. Wir dürfen gespannt sein!
Nr. 3
16.6.1998, 16.00 Uhr, Antikensammlung im Alten Museum
Prof. Dr. Wolf-Dieter Heilmeyer (Berlin)
Einführung in den Neuaufbau der Antikensammlung im Alten Museum auf der Museumsinsel
(begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldungen liegen bereits vor!)
Der Direktor der Antikensammlung wird einen Überblick über die neue Konzeption und den Inhalt der ausgestellten Kunstwerke vermitteln und dadurch der Fachkollegenschaft Möglichkeit und Anregung zum eigenen Besuch mit Schülerinnen und Schülern geben.
Nr. 4
23.6.1998, 17.00 Uhr, Aula der Ernst-Abbe-Oberschule,
Sonnenallee 79-81, 12045 Berlin (U-Bahn Rathaus Neukölln)
(Bestätigung des Termins folgt noch!)
Carola Fengler, Fachleiterin Latein
Pompeji an der Sonnenallee - Blick hinter die Kulissen eines schulischen Groß-Projekts
Die Ernst-Abbe-Schule hat langjährige Erfahrungen mit Projektarbeit im Lateinunterricht. Das jüngste Produkt, ein riesiges Modell der Stadt Pompeji, hat Aufmerksamkeit weit über die Schule hinaus erregt. In einem ersten Schritt werden die beeindruckenden Ergebnisse dieses im vergangenen Sommer durchgeführten Projektes vorgestellt, das verwendete Material wird gezeigt und von Planung und Durchführung berichtet. Im zweiten Teil werden die nächsten Arbeitsschritte erläutert, plant doch der Fachbereich Latein der Ernst-Abbe-Oberschule, mit seinen Schülern das Projekt in der Woche vom 29.6. bis 3.7.1998 fortzusetzen.
Fortbildungsangebote 1998 -2. Halbjahr
Nr. 5
10.9.1998, 19.00 Uhr, Canisius-Kolleg, Mehrzweckraum
Prof. Andreas Fritsch (FU Berlin)
Wir sind die Nachwelt - Die antiken Autoren sprechen auch direkt zu uns. Zur historischen Kommunikation mit unseren lateinischen Schulautoren
Der Begriff der historischen Kommunikation ist in den letzten Jahren in der fachdidaktischen Diskussion und fachpolitischen Legitimation des Lateinunterrichts in einigen Bundesländern geradezu ein Schlüsselbegriff geworden. Dabei liegt - parallel zum Begriff der aktuellen und fiktiven Kommunikation im neusprachlichen Unterricht - der Schwerpunkt meist auf der Fähigkeit und dem Interesse heutiger Jugendlicher, mit den antiken Autoren in Kontakt zu treten. Demgegenüber legt der Referent hier den Schwerpunkt auf den anderen Pol der historischen Kommunikation, nämlich auf die Kommunikationsabsicht der antiken Autoren, die sich nicht nur an das Publikum ihrer eigenen Zeit, sondern ausdrücklich an Menschen späterer Epochen gewandt haben, also auch an uns. Das Referat will einige Textabschnitte vorstellen, an denen das besonders deutlich spürbar wird (u.a. von Cicero, Sallust, Seneca, Plinius, Horaz, Ovid, Phaedrus).
Nr. 6
12.10.1998, 19.00 Uhr, Canisius-Kolleg, Mehrzweckraum
Dr. Wolfgang Maaz (FU Berlin)
Carmina Burana - Rezeption eines Mittelalter-Klassikers
Lateinunterricht beschäftigt sich heute nicht nur mit antiker Literatur, sondern auch mit mittelalterlichen und neuzeitlichen Texten. Der Vortrag stellt eine besonders beliebte Dichtung des Mittelalters vor, die vielfach den Nerv der heutigen Schülergeneration trifft. Die große Gedichtsammlung, die der Codex Buranus (13. Jh.) tradiert, spiegelt Welterfahrung und Lebensgefühl des hohen Mittelalters wider. Die Vertonung durch Carl Orff (Frankfurt 1937) verhalf dem Textcorpus zu weltweiter Berühmtheit und prägt das populäre Mittelalter-Bild noch heute. Neue Dokumente hellen die Entstehungsgeschichte der Orffschen Bearbeitung in einer mehr als prekären historischen Situation auf.
Nr. 7
10.11.1998, 19.00 Uhr, Canisius-Kolleg, Mehrzweckraum
Prof. Dr. Wolfgang Rösler (HU Berlin)
Kulturelle Revolutionen in Antike und Gegenwart: die Genese der griechischen Schriftkultur und der Anbruch des elektronischen Zeitalters
Die Beschäftigung mit antiker Literatur im altsprachlichen Unterricht führt oftmals zur Frage nach den Anfängen einzelner Gattungen oder der Entstehung der Schrift bei den Griechen und ihrer Bedeutung für die europäische Kultur.
Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein gab es allein jene beiden Grundmedien, die seit alters menschliche Kommunikation prägten: die Stimme, die Sprache hervorbringt, und die Schrift, die Sprache abbildet und für Leser verfügbar macht. Produkt dieser Strukturen war eine hochentwickelte Sprach- und Schriftkultur, die allerdings heute, im Zuge der elektronischen Revolution der Gegenwart, gefährdet erscheint. Eine kulturelle Revolution von ähnlich fundamentaler Bedeutung fand in der Antike statt. An ihrem Beginn stand die Übernahme des phönizischen Alphabets durch die Griechen im 8. Jh.v.Chr.; ihr Resultat war eben jenes beherrschende Nebeneinander von Sprache und Schrift, das sich damit im europäischen Kulturbereich erstmalig etablierte. In dem Vortrag wird dieser Prozeß dargestellt und auch daraufhin befragt, welche Erkenntnisse sich aus ihm für ein besseres Verständnis der kulturellen Revolution gewinnen lassen, die wir gegenwärtig erleben.
Nr. 8
9.12.1998, 19.00 Uhr, Canisius-Kolleg, Mehrzweckraum
Hartmut Schulz, Dr. Hansjörg Wölke
Wo die Römer frech geworden.
Planung einer Schülerexkursion nach Kalkriese und zum Westfälischen Römermuseum Haltern
Seit einigen Jahren sind die Indizien überwältigend, daß nahe Kalkriese (bei Osnabrück) die sog. Varusschlacht stattgefunden hat. Die Fachseminare Latein von Kreuzberg und Zehlendorf haben die Ausgrabungsstätten in Kalkriese und Haltern besucht und Material gesammelt. Im Anschluß daran haben sie eine Planung für Schülerexkursionen erarbeitet, die sie auf dieser Veranstaltung vorstellen werden.
Ra 14.3.1998